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"Es schmeckt nach mehr..."

Die Gegnerinnen im Rückwärtsgang...

 

 

 

„Es schmeckt nach mehr...“

 

sagte die Stürmerin Sabine „Bine“ Dirks und strahlte übers ganze Gesicht. Es ist Samstag, der 25. November 2017, bestes Rugbywetter, kalt und nieselig, und die Wangen von Bine glühen. Gerade hat die Frauenmannschaft der Rugbyunion Hohen Neuendorf ihr erstes Heimspiel absolviert und dabei mit 30:10 gegen eine Spielgemeinschaft von Berlin Irish RFC , Unioner Nachwuchsspielern und eigenen Spielerinnen gewonnen. Dabei hat die Mannschaft bewiesen, dass sie im Willen den Herren um nichts nachsteht.

Während in Deutschland, anders als im Rest der Welt, Rugby bereits ein Nischensport ist, der jedoch seit einigen Jahren rasant wächst, ist die Frauenvariante des Sports noch unbekannter. Viele Laien können sich nicht vorstellen, dass auch Frauen um den Ball Kämpfen wollen. Das es auch anders geht, zeigen internationale Stars wie Portia Woodman. Die Neuseeländerin beweist, dass Frauen ein genauso explosives Spiel gestalten können wie die männlichen Vertreter ihrer Zunft. Seit 1989 gibt es eine eigene Frauennationalmannschaft, die Bundesliga wird seit Jahrzehnten von Mannschaften aus Heidelberg und Hamburg dominiert. Bis zur Altersklasse U14 findet das Rugbyspiel in Deutschland sogar gemeinsam statt, Mädchen fallen dabei oft durch eine bessere Spielübersicht auf, die sicher der höheren mentalen Reife während der Kinderzeit geschuldet ist. Erst wenn mit dem Einsetzen der Pubertät Muskeln und Kraft immer wichtiger werden, trennen sich die Wege von Mädchen und Jungen auf dem Spielfeld. Die Mannschaft der Rugbyunion setzt sich dementsprechend aus den nachrückenden jüngeren Spielerinnen, Spielerfrauen und Müttern von Nachwuchsspielern zusammen. Den ersten Wettkampf bestritt die Mannschaft bereits während des Schietwettercups in Kiel im Sommer 2017, trainiert wird bereits seit über drei Jahren.

Oben v.l.n.r.: Sabine Klein, Max Päpke, Domenic Westebbe, Erik Schomacker, Spielerin vom vom Berlin Irish RFC, Sabine Dirks, Sabine Gollnick, Alexander Bayer, Simone WittmannUnten v.l.n.r.: Beatrice Krumbiegel, Yvonne Klein, Vanessa Schlegel, Ellen Eichler, Britt Bentzien, Spielerin vom Berlin Irish RFC, Janine Wormsbächer

Trainer Erik Schomacker hat den Verein seit Jahren mitgetragen und auf vielen Positionen gearbeitet. Auf Nachwuchsmannschaften und die Herrenabteilung folgt also das Frauenteam und eine ganz andere Anforderung. Er habe gelernt, sanfter Aufzutreten, so der ehemalige DDR-Nationalspieler. Die Arbeit macht aber viel Spaß. Das bestätigt auch Bine: „Unser Trainer ist sehr wichtig, er geht hervorragend auf uns ein.“

Der nächste Schritt ist die Teilnahme an einer Liga und damit ein regelmäßiger Spielbetrieb. Die 7erLiga Ost trifft sich bereits am 24.3.2018 in Dresden das nächste Mal. Vielleicht werden die Damen der Rugbyunion dort auch antreten. Während die Herrenmannschaft immer noch unter den Fehlern einer schlechten Nachwuchsarbeit leidet und die Wende erst langsam vorangeht, bietet die Frauenmannschaft neben den Cheerleadern einen Lichtblick für den Verein.

 

 

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