Sponsoren

 

 

 

Abschied vom Trainer

Rugbyunion muss ab sofort auf Trainer Ricardo Zanero verzichten

 

Die Erste der Rugbyunion Hohen Neuendorf startet trainerlos in das Frühjahr 2014. Coach Ricardo Zanero sah sich gezwungen, seine Tätigkeit für die Rugbyunion kurzfristig niederzulegen. Für den führenden Rugbyverein Oberhavels bedeutet dies mitten im Aufstiegskampf einen argen Verlust.

Die Entscheidung fiel ihm schwer – das steht Zanero ins Gesicht geschrieben. Er ringt nach Worten, als er sich von den Spielern der ersten Männermannschaft verabschiedet. Familiäre Probleme in seinem Heimatland Argentinien zwingen den Coach, seinen Vertrag mit der Rugbyunion kurzfristig zu lösen. Zum jetzigen Zeitpunkt hat er Deutschland bereits verlassen.

„Er war spieltechnisch zweifellos der besten Trainer, den wir bisher hatten“, bedauert Vereinspräsident Steffen Elke den Abschied. „Sein neues Spielsystem, seine argentinische Spielweise hat dem ganzen Team extrem gut getan.“ Nun gilt es, dieses Niveau zu halten.

Trainer Hess 2011 Zur Rettung kommt ab nächster Woche ein alter Bekannter zurück: Michael Hess, der die Männer bis 2012 trainierte. „Micha hängt noch immer mit dem Herzen an der Mannschaft. Jetzt hat er zugesagt, das Training wieder zu übernehmen“, freut sich Präsident Elke. Hess hatte sich nach der Saison 2011/12 aus beruflichen Gründen vom Training zurückgezogen. „Er kennt die Mannschaft und weiß, wie man die Männer anfassen muss.“

Für die Rugbyunion kommt der Trainerwechsel zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Sie befinden sich mitten im Aufstiegskampf um die 1. Bundesliga und mussten im vergangenen Jahr zuletzt einige wenig zufriedenstellende Unentschieden einstecken. Am 2. März startet die Saison gleich mit voller Kraft, wenn Hohen Neuendorf den Erstligisten RC Leipzig empfängt – mit dem Anspruch den spielerischen Tiefpunkt vom Hinspiel im Oktober 2013 auszugleichen.

Doch Zanero glaubt an die Mannschaft und fordert sie noch im Abschied auf, nach vorn zu schauen. „Theoretisch sind es noch zwei Siege, die ihr braucht, um in die 1. Liga aufzusteigen“, sagt er und ergänzt: „Aber wir alle wissen: In dieser Saison geht es um mehr!“ Er will die Rugbyunion im Finale des DRV-Pokals sehen – gegen einige der besten Teams Süddeutschlands.

Text: Rita Klingst